Kaffeebohnen

Das Coronavirus trifft uns alle auf eine ungewöhnliche Art und Weise. Ich lade Sie zu einer kurzen Übung ein, im Alltag ein wenig zur Ruhe zu kommen.

Am 10.11.2020 hat die Stiftung Deutsche Depressionshilfe das Deutschland-Barometer Depression 2020 veröffentlicht. In der Pressemitteilung nennt die Stiftung viele Probleme, auf die depressiv Erkrankte gegenwärtig stoßen.

Es zeigt sich aber auch, dass Menschen die nicht ausdrücklich an Depressionen erkrankt sind, erheblichen psychischen Belastungen ausgesetzt sind. So geben 59% der Gesunden an, sich durch die Lockdownmaßnahmen stark belastet zu fühlen. Immerhin 39% leiden unter fehlender Tagesstruktur in Folge von Homeoffice und Einschränkungen.

Belastungen werden von Menschen unterschiedlich erlebt, aber unter anderem die nicht unübliche Haltung „Ich muss mich durchbeißen“, bringt immer wieder ins Stocken und kann das Wohlbefinden erheblich mindern. Hinzu kommen Konflikte in Partnerschaft, gravierende Veränderungen in der Arbeitswelt und die Sorge, vielleicht selbst an Covid-19 zu erkranken.

Immerhin: Rund 58% geben an, der Situation auch Positives abgewinnen zu können. Beispielsweise sei der Frühling intensiver erlebt worden. Nutzen Sie diese Kraft, wenn Sie sie haben und tun Sie sich etwas Gutes. Nehmen Sie Ihre Bedürfnisse ernst und bauen Sie sich in Ihren Tagesablauf kleine Pausen ein, in denen Sie sich etwas gutes tun.

Ich lade Sie ein, eine kleine Übung zur Achtsamkeit in Ihren Alltag einzubauen: Tun Sie alltägliches ganz bewusst und nehmen Sie sich einen Moment Zeit, etwas, was sie regelmäßig tun nicht nur „nebenbei“ zu erledigen. Die folgenden Beispiele sind Anregungen. Suchen Sie nach etwas, was zu Ihnen passt.

Wie schmeckt eigentlich …? Versuchen Sie einmal genau zu Schmecken, welche Aromen Sie in Ihrem Kaffee finden können. Riechen Sie, schmecken Sie und schmecken Sie nach. Lassen Sie den Kaffee einen Augenblick im Mund und entdecken Sie, was sie schmecken.

Welches Geräusch machen meine Füße? Auf dem Weg nach Hause oder zum Einkaufen liegt ein Kiesweg? Gehen Sie einmal langsam und horchen Sie genau, welches Geräusch Ihre Füße auf dem Untergrund machen. Knirscht es? Klackern Ihre Absätze? Was entdecken Sie. Versuchen Sie das auf unterschiedlichen Untergründen.

Wie fühlt sich das eigentlich an? Kennen Sie aus der Schule oder von Kindergeburtstagen noch Kästen mit einem Loch, in den man hineingriff und tasten sollten, was sich darin befindet? Berühren Sie verschiedene Oberflächen und spüren Sie, wie sie sich für Sie anfühlen. Ist das Blatt glatt oder rau? Wie fühlt sich eigentlich der Tabak aus der Zigarette an, wenn ich ihne zwischen den Fingern reibe? Oder: Welche Struktur hat der Pfosten der Ampel?

In meiner Praxis biete ich Ihnen einen Raum an, ihre Themen zu ordnen, zu besprechen und zu klären. Vielleicht möchten Sie auch neue Ideen entwickeln wie Sie Selbstfürsorge praktizieren können, um diese ungewöhnliche Zeit gut zu überstehen. Gern können wir einen Termin vereinbaren.

Hilfe finden Betroffene auch hier:
U25-Deutschland ist ansprechbar für junge Menschen unter 25 Jahren. Die Telefonseelsorge erreichen Sie deutschlandweit unter 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222 (kostenfrei).

Einige Tipps hat die Stiftung Deutsche Depressionshilfe auf Ihrer Website veröffentlicht: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/corona

Blogbeiträge